Tierschutz und Klimawandel

Hans-Eberhard Dietrich

Alle reden vom Klimawandel. Viel zu wenig bekannt aber ist es, wie sehr in der industriellen Landwirtschaft die Nutztierhaltung dazu beiträgt, ja nicht nur beiträgt, sondern ihn geradezu beschleunigt. Das soll unter dieser Rubrik in verschiedenen Beiträgen dargestellt werden.

Zur Einstimmung - Was hat der Klimawandel mit dem Tierschutz zu tun?

Artikel vom 09.12.2020

Klima wird definiert als der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet über einen längeren Zeitraum. Zu den Einflussfaktoren des Klimas gehören unter anderen die nach Jahreszeiten differenzierte Intensität der Sonneneinstrahlung, die durchschnittlichen Temperaturen, Stärke und vornehmliche Richtung von Winden, Luftdruck, Wassertemperaturen und Niederschlagsmengen. Außerdem wird das Klima von Wasserkreisläufen, Meeresströmungen und Gesteinskreisläufen beeinflusst (https://definition-online.de/klima/).

Tiere beeinflussen ursprünglich das Klima nicht. Geändert hat sich dies allerdings seit Mitte des 20sten Jahrhunderts in Folge eines Wandels der Tierhaltung, der mit einer unvorstellbaren Zunahme der Anzahl von landwirtschaftlichen genutzten Tieren einherging: Zur Zeit macht die Lebendmasse, d.h. das Gewicht der wild lebenden Landwirbeltiere auf unserer Erde sage und schreibe nur 3% aus, das der Menschen etwa ein Drittel (1/3) und das Gewicht der Wirbel tragenden landwirtschaftlichen genutzten Tiere einschl. Geflügel knapp zwei Drittel (2/3) (zit. in Wir sind dran. Club of Rome: Der große Bericht) Letztere, als sog. Nutztiere bezeichnet, tragen tatsächlich durch die Verursachung klimaschädlicher Gase in großem Umfange zum Klimawandel bei, wenn sie Teil der industriellen Landwirtschaft sind. In diesem landläufig als „Massentierhaltung“ bezeichneten System entstehen außerdem den dort gehaltenen Tieren erhebliche tierschutzrelevante Schmerzen und Leiden, die in der Regel lebenslang andauern. Sie sind der Anpassung der Tiere an Haltungssysteme, die artgemäße Verhaltensweisen wie Bewegung und das Ausleben sozialer Bedürfnisse unterbinden, Züchtungen auf Leistungen, die die natürliche physische und psychische Belastbarkeit bei weitem übersteigen, und chirurgischen Eingriffen, die ohne Betäubung durchgeführt werden, geschuldet. Das heißt, mit der Abkehr vom System der industriellen Landwirtschaft wäre sowohl den Tieren als auch dem Klima geholfen.

Dazu gilt, dass ein solcher Umgang mit Umwelt und Tieren gesellschaftlich keine Zukunft hat und insbesondere von Christen nicht länger hingenommen werden kann, zumal er nicht nur die Würde des Tieres verletzt, sondern auch die des Menschen herabsetzt.

Nachwort: Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Auswirkungen der Nutztierlandwirtschaft und der Erzeugung tierischer Lebensmittel auf das Klima befasst. (Zu nennen seien hier insbesondere folgende Studien: FAO – Livestock's shadow – environmental issues and options (2006), Wie Fleisch- und Milchgiganten den Planeten aufheizen (2018), WWF – Fleisch frisst Land (2011), WWF – Tonnen für die Tonne (2012), WWF – Klimawandel auf dem Teller (2012).)

Die nächste Folge: Industrielle Nutztierhaltung und was es für Klima und Tiere bedeutet.